Seit 80 Jahren ist der Diskus von Phaistos ein Stachel im Fleisch der Archäologie. Namhafte Archäologen behaupten, der Diskus von Phaistos sei nicht entzifferbar. Dettmer Otto nimmt die Herausforderung an: Schreibrichtung, Umfang der Zeichenmenge, jedes einzelne Zeichen untersucht er akribisch, trifft einige Grundannahmen und geht dann vor wie bei der Lösung eines Kreuzworträtsels.
Als Nicht-Fachmann erscheinen mir die einzelnen Schritte gut begründet und nachvollziehbar. Trotzdem weiss ich nach der Lektüre nicht recht, ob ich einem Schabernack aufgesessen bin. Zum Teil, weil der Diskos selbst etwas von einem Schabernack an sich hat: ein Unikat, das es eigentlich nicht geben dürfte. Auch lässt Ottos Endergebnis den Leser ratlos und verblüfft zurück: Wort für Wort klingt plausibel, aber das Ganze ergibt keinen Sinn.
Insgesamt ist das Buch sehr spannend zu lesen. Während Thomas Balistier in seinem Buch Der Diskos von Phaistos mehrere Dutzend Versuche einer Entzifferung im Überblick darstellt, wird hier einer dieser Versuche - so gut es eben geht - durchgeführt. Otto zeigt jederzeit sein Handwerkszeug und lädt die Wissenschaft dazu ein, ihn Schritt für Schritt zu überprüfen. Ich würde sehr begrüssen, wenn sie diese Einladung annähme.
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Bewertung: Leichte Reiselektüre (170g), gut geschrieben, so könnte es immerhin sein. Ich hab's mit Vergnügen gelesen. ©Hajo v. Kracht, 5. Juli 2002
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